Lagerhaus G

Livia Fränkel und Hédi Fried

Am 4. Dezember 1927 erblickt Livia Szmuk als jüngere Schwester von Hédi in der Kleinstadt Sighet in Rumänien das Licht der Welt. Gemeinsam werden die Schwestern im April 1944 erst ins örtliche Ghetto und am 15. Mai 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach drei schrecklichen Tagen mit 80 Personen im völlig überfüllten Güterwaggon freuen sie sich, als sich die Türen öffnen und sie wieder frische Luft atmen können. Beim Appell, sich in Fünferreihen aufzustellen, verspürt sie zum ersten Mal die Angst, dass sie das nicht überleben wird. Ihre Mutter und ihren Vater haben die Nationalsozialisten direkt nach der Ankunft in Auschwitz aussortiert und ermordet.

Die beiden Frauen kommen zusammen mit anderen Leidensgenossinnen nach einer trostlosen Zeit im Juli 1944 ins Außenlager Dessauer Ufer, hier gibt es immerhin Essen und Hilfe von italienischen und französischen Kriegsgefangenen. Später sind sie auch in den Außenlagern des KZ Neuengamme in Wedel und Eidelstedt im Arbeitseinsatz. „Drei Mal erlebte ich in dieser Zeit Todesangst“, schreibt Livia Fränkel später in ihr Tagebuch. Völlig entkräftet werden beide am 15. April 1945 von englischen Truppen aus dem KZ Bergen-Belsen befreit.

Nach dem Ende des Krieges ziehen sie nach Schweden und leben noch heute in Stockholm; beide sind verheiratet und heißen heute Hédi Fried und Livia Fränkel.

Livia hat 15 Urenkel – das ist ihre persönliche Rache.

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