Ester Frischer – “Estera”

Ester Frischer – “Estera”

Am 20. März 1925 wird Ester Frischer (Mädchenname: Nachmanowicz) in Lodz geboren. 1940 deportieren die Nationalsozialisten die Teenagerin erst ins Ghetto der polnischen Stadt, dann 1944 nach Auschwitz. Im KZ Auschwitz wurde Ester in eine Gaskammer gejagt, die aus einem unbekannten Grund nicht funktionierte. Die Frauen, die dort drinnen ermordet werden sollten, wurden auf der anderen Seite hinausgeschickt. Anstatt sie hinzurichten, schickten die Nazis sie als Zwangsarbeiter nach Deutschland, da Kriegs-Deutschland Arbeitskräfte brauchte. Es kam sehr selten vor, dass jemand die Gaskammer erlebt und überlebt hat und dann nicht sofort hingerichtet wurde; niemand sollte über die Maschinerie des Todes aussagen können. Aber Estera überlebte und im selben Jahr ist sie unter den Hunderten von osteuropäischen Frauen, die das NS-Regime ins LAGERHAUS G transportiert, sie war damals neunzehn.

Im Lagerhaus G bleibt sie bis August, um Zwangsarbeiten im Hafen zu absolvieren. Es folgt ein Aufenthalt im KZ-Außenlager in Sasel, bis sie schließlich am 7. April 1944 nach Bergen-Belsen gebracht wird. Am 15. April 1945 wird sie befreit. 1945 kam Ester durch die Obhut der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) nach Schweden, sie bekam einen schwedischen Ausländerpass. Das bedeutete, dass sie, wenn sie beispielsweise einen Tagesausflug nach Dänemark machen wollte, eine Rückreisegenehmigung beantragen musste, um nach Schweden zurückkehren zu können. Das Ausweisdokument bedeutete auch, dass sie offiziell nirgendwo hingehörte, dass sie auf dem Papier eine Fremde war. Es dauerte zwölf Jahre, bis sie schwedische Staatsbürgerin wurde. Sie heiratet in Göteborg und stirbt am 17. Dezember 2009. Ivar Frischer ist ihr Sohn. Gemeinsam mit Autorin Karin Brygger widmet er seiner Mutter Ester Frischer 2020 ein Buch mit dem Titel: „Estera” („Essä“).

 

 

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