Aktuelles

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Hour of Remembrance – Remembering and Reflecting Together



Am Sonntag, den 18. Januar 2026

Internationale Gedenkveranstaltung im Memorial ´LAGERHAUS G`

Am Sonntag, den 18. Januar 2026, findet in der Dessauer Straße in Hamburg die jährliche Gedenkveranstaltung „Hour of Remembrance – Remembering and Reflecting Together“ statt.

Im Zentrum stehen das gemeinsame Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit, die internationale Verbundenheit der Familien sowie die Weiterentwicklung des Ortes als lebendiges Erinnerungs- und Bildungszentrum.

Internationale Beteiligung und Anerkennung

Zahlreiche Kinder, Enkelinnen und Enkel sowie weitere Nachkommen der einst hier inhaftierten und ermordeten Menschen werden erwartet. Viele reisen aus dem Ausland an und machen damit die anhaltende Bedeutung des Gedenkortes über nationale Grenzen hinweg sichtbar.

Ein besonderes Zeichen internationaler Anerkennung setzt der Besuch der Bürgermeisterin der niederländischen Stadt Harlingen, Ina Sjerps. Ihre Teilnahme würdigt die Erinnerungsarbeit vor Ort und unterstreicht den Wunsch nach einer langfristigen Verantwortungsgemeinschaft zwischen Hamburg und Harlingen.

Gedenken an Edith („Dita“) Kraus und Einführung des Gedenkpreises

Im Rahmen des Gedenkens wird zudem der kürzlich verstorbenen Holocaust-Überlebenden Edith („Dita“) Kraus gedacht, die sich zeitlebens für die Weitergabe von Erinnerung an kommende Generationen eingesetzt hat. Als Ehrenmitglied der ´LAGERHAUS G` Heritage FOUNDATION prägte sie die Arbeit der Stiftung maßgeblich.

Zu ihrem Andenken wird erstmals ein nach ihr benannter Preis öffentlich vorgestellt, der künftig regelmäßig in zwei Kategorien verliehen wird und herausragendes Engagement in der Erinnerungs- und Bildungsarbeit auszeichnet.

Neue Museums- und Archivbereiche

Geplant ist ein Archiv, das speziell Familien und Nachkommen der Opfer vorbehalten ist und Raum für persönlichen Austausch und Dokumentation bietet. Parallel dazu wird der Ausstellungsbereich erweitert, um die Geschichte der Zwangsarbeit umfassend und dauerhaft zu vermitteln.
Darüber hinaus werden neue Museums- und Archivbereiche des Memorials erstmals in einem privaten Rahmen eröffnet:
  • Archiv: Geplant ist ein Archiv, das speziell Familien und Nachkommen der Opfer vorbehalten ist und Raum für persönlichen Austausch und Dokumentation bietet.
  • Ausstellungsbereich: Parallel dazu wird der Ausstellungsbereich erweitert, um die Geschichte der Zwangsarbeit umfassend und dauerhaft zu vermitteln.

Perspektiven und Vernetzung

Unterstützt wird die Veranstaltung von migrantischen Organisationen, die ihre Teilnahme zugesagt haben. Vor dem historischen Hintergrund der Deportation von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus mehr als 20 Nationen nach Hamburg greift der Gedenkort bewusst eine internationale Perspektive auf.

In Verbindung mit der räumlichen Nähe zum Auswanderermuseum soll der Standort perspektivisch auch Ausgangspunkt für eine Dauerausstellung sowie den Aufbau eines privaten Einwanderermuseums werden.

Das Memorial ´LAGERHAUS G` versteht sich damit nicht allein als Ort des Gedenkens, sondern als lebendiges Museum, das Erinnerung, Verantwortung und Gegenwart miteinander verbindet – getragen von internationalen Familien, zivilgesellschaftlichem Engagement und kommunaler Zusammenarbeit.

Ablaufplan (PDF)


On Sunday, January 18, 2026 the annual commemoration event entitled „Hour of Remembrance – Remembering and Reflecting Together“ will take place at the ´LAGERHAUS G` Memorial on Dessauer Straße in Hamburg. The focus will be on shared remembrance, international family ties, and the future development of the site as a vibrant center for remembrance and education.

The participation of children, grandchildren, and descendants of those who were forced to perform slave labor and were murdered at this site is particularly noteworthy. Many of them will be traveling from abroad, accompanied by other family members. Their presence underscores the enduring significance of this place, transcending national borders.

A key sign of international appreciation will be the visit of the Mayor of the Dutch city of Harlingen, Ina Sjerps. Her participation will acknowledge the commemorative work at the ´LAGERHAUS G` Memorial and reaffirm her desire to forge a lasting bond of responsibility and cooperation between Hamburg and Harlingen. This connection will be symbolically represented during the event.

As part of the commemorative event, a special Holocaust survivor, considered a visionary in service to future generations, will be remembered. She was an honorary member of the ´LAGERHAUS G` Heritage FOUNDATION and recently passed away. In honor of her lifelong commitment, a prize named after her will be announced for the first time, selected by a specially appointed jury. The prize will be awarded regularly in two categories to recognize outstanding dedication to remembrance and education.

Another focus of the event is the private opening of new museum and archive areas. The concept of an archive specifically reserved for the families and descendants of the victims will be presented, offering space for personal exchange, documentation, and future perspectives. At the same time, the museum area of the memorial site will be expanded to make the history of forced labor comprehensively and permanently visible.

It is particularly noteworthy that this event and the long-term commitment to the ´LAGERHAUS G` Memorial are expressly supported by migrant organizations, which have confirmed their participation. Against the historical backdrop of the deportation of forced laborers from more than 20 nations to Hamburg, this international dimension is deliberately embraced. In conjunction with its proximity to the Emigration Museum, this site is also intended to serve as the starting point for the development of a permanent exhibition and the beginning of a private immigration museum, which will be further developed collaboratively with families, descendants, and expert partners.

The ´LAGERHAUS G` Memorial thus sees itself not only as a place of remembrance, but as a living museum that connects memory, responsibility, and the present – supported by international families, civic engagement, and municipal cooperation.

Schedule (PDF)

Am 16. Januar 2025 (15:00 Uhr) Treffpunkt: Dessauer Straße, 20457 Hamburg

Um 15:30 Uhr wird eine Kranzniederlegung stattfinden, begleitet von der Einweihung der Gedenktafeln mit der Anbringung der ersten 33 Namen an der Fassade des “Lagerhaus G”

Am 18. Januar findet ab 16:00 die interne Eröffnungsfeier des Gedenkortes mit den Ausstellungen

“Nederlands Verzet”, Fryslân, Drenthe en Groningen

 

IN ERINNERUNG an die Deportation niederländischer Bürger, den sogenannten “110 Männern aus Groningen”, die zwischen dem 16. und 18.01.1945 ihrer Freiheit und ihrer Zukunft beraubt nach Hamburg deportiert wurden, gedenken wir wie jedes Jahr seit 2017 und dieses Mal 80 Jahre danach hier im Hamburger Hafen am LAGERHAUS G.Wie seit 2017 jährlich streben wir auch für 2025 eine würdevolle Zusammenkunft an, bei der wir dieses Mal im Zusammenhang mit dem 80. Jahr der Befreiung Europas vom Nazi-Terror mit weiteren Aktivitäten durch eine Reihe von Beiträgen mit unseren Partnern in besonderer Weise auch international erinnern möchten.

 

25. Oktober 2024

18.00 bis 19:30 Uhr
Dessauer Straße, 20457 Hamburg
Die Zwillingsgebäude Lagerhaus
G und F 1944

90 Minuten Licht, 90 Minuten Mitmenschlichkeit

Michael Batz setzt Licht am Lagerhaus G zur Erinnerung an die mehr als 200 Opfer der Alliierten Bombenangriffe vom 25.10.1944

 

An den „Lagerhäusern G und F“ (Dessauer Straße, 20457 Hamburg) wird am 25.10.2024, 80 Jahre nach dem Bombentreffer eines Luftangriffs der Alliierten, bei dem mehr als 200 Menschen umkamen, der Blue Port-Lichtkünstler Michael Batz ein minimalistisches Licht-Kunstwerk als Zeichen der Mitmenschlichkeit und Erinnerung an die Opfer setzen. An dieser Gedenkveranstaltung wird Peggy Parnass, teilnehmen. Sie sagte: “Es ist wichtig, anwesend zu sein.”
Auf Initiative der internationalen Nachfahren-Stiftung ’LAGERHAUS G’ Heritage FOUNDATION und Giorgio Paolo Mastropaolo, Verein Mit2wo, sowie Güven Polat, dem Direktor des Denkortes am Dessauer Ufer, soll an diesem Trauertag an die Opfer und die Geschichte des Ortes erinnert werden.
Von Juli 1944 bis April 1945 befand sich am Dessauer Ufer ein KZ-Außenlager. Mehrere tausend Menschen hielt man hier auf engstem Raum fest, damit sie in nahegelegenen Betrieben schwerste Zwangsarbeiten leisten. Während eines Luftangriffs auf Hamburg am späten Nachmittag des 25.10.1944 wurde das Areal getroffen. Dabei kamen mehr als 200 Menschen, überwiegend Männer, um. Sie kamen aus ganz unterschiedlichen Ländern, waren ohne Familie und starben einen qualvollen Tod.
Mit diesem Lichtkunstwerk setzt sich der Hamburger Verein Mit2wo erneut für ein gemeinsames Erinnern und gegen das Vergessen der Opfer der NS-Herrschaft ein. Bereits im Mai 2024 hatten Giorgio Paolo Mastropaolo und Michael Batz erstmals am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ein minimalistisches Kunstwerk initiiert, um den Ort, die Menschen und die Geschichte neu miteinander zu verbinden.
Nach der Begrüßung durch Güven Polat, Worten des Künstlers Michael Batz, dem Generalkonsulat der Ukraine sowie Bernd P. Holst lädt die Lichtinszenierung um 18.00 Uhr alle Anwesenden dazu ein, sich in der Mitmenschlichkeit zu verbinden und den Opfern zu Gedenken.
Frihedsmuseet.dk

08. Sept. 2024

Sonntag, den 8. September 2024, 10:30 Uhr

⏩ Deutschlandpremiere in Hamburg HERE LIVED“

Gerne möchten wir Sie hiermit zu unserer ‘Deutschlandpremiere’ im Zusammenhang mit unserem aktuellen Projekt zum 80. Jahrestag der Befreiung in die HafenCity einladen.

Wir freuen uns, Ihnen die erstmalige Präsentation von HERE LIVED in Deutschland ankündigen zu dürfen und laden Sie herzlich dazu ein. Es ist uns eine besondere Ehre, dass der US-Generalkonsul Jason Chue die Eröffnungsrede halten wird.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 8. September ab 10:30 Uhr in der ASTOR Film Lounge HafenCity, Am Sandtorkai 48a, statt.

Im Rahmen unseres Projekts „1000 Stolpersteine + Names“ anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung wird dieser bedeutende Film, nach seiner Europapremiere in den Niederlanden, nun exklusiv als Auftakt in Hamburg präsentiert. Ziel der Stiftung und des Projekts ist es, den Film „HERE LIVED“ in Verbindung mit der Verlegung von 1000 Stolpersteinen an den jeweiligen Heimatorten der Opfer in ganz Europa zu präsentieren. Gleichzeitig werden Wandtafeln als Namensband für Tausende von Deportierten direkt an den Tatorten in Hamburg installiert. So soll an die Namen und persönlichen Geschichten der vielen Menschen erinnert und wichtige Lücken in der Aufarbeitung geschlossen werden, die in den Herkunftsländern der Tausenden Menschen, die in diesem Zwangsarbeitslager verschleppt, misshandelt, ausgebeutet und schließlich getötet wurden, bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Der Dokumentarfilm der US-Regisseurin Jane Wells beschäftigt sich mit dem Holocaust und dessen Auswirkungen auf nachfolgende Generationen. „HERE LIVED“ ist ein ergreifender Film, er erzählt von Nachfahren auf der Suche nach verlorenen Familienbanden, die Geschichte von versteckten Kindern und Generationen-”Traumata”. Er erforscht das tiefe Gefühl von Entdeckung, Liebe und Versöhnung inmitten des tiefen Schmerzes und der Trauer verursacht durch den Nationalsozialismus – und der Vision eines Künstlers, Gunter Demnig, mit „Stolpersteinen“ für eine bleibende Erinnerung an diese Menschen zu sorgen. Seit dem Beginn des Projekts wurden mehr als 100.000 Stolpersteine in rund 1.200 Städten und Gemeinden in Europa verlegt.

Die Matinee ist gleichzeitig Auftakt von zwei internationalen Projekten unserer Stiftung: Mit dem Projekt „1000 Stolpersteine + Names“ werden die Schicksale in Hamburg untergebrachter internationaler Zwangsarbeiter gewürdigt. Dabei werden im ersten Schritt „Stolpersteine“ für aus den Niederlanden in das LAGERHAUS G deportierte Zwangsarbeiter hergestellt und in deren Heimatorten, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen niederländischen Gemeinden und Bürgermeistern, feierlich verlegt. Parallel dazu werden wir direkt am Lagerhaus G eine „Stolperschwelle“ für diese Niederländer verlegen lassen.

Das Projekt „Namensband“ würdigt alle im Lagerhaus G Gefangenen mit Namensnennung auf einem das Gebäude umlaufenden Band, das nach und nach mit sämtlichen, dokumentierten Namen gefüllt wird – ein etwa 3 x 500 Meter langes Mahnmal in mindestens einer Doppelreihe.

Die LAGERHAUS G Heritage FOUNDATION ist Miteigentümerin an diesem gesamten historischen Gebäude im Hamburger Hafen und hat wichtigen Anteil daran, dass dieser Ort entsprechend gesichert und nun auch im aktuellen Gedenkstättenkonzept der Stadt ein Planungsziel verbrieft bekommen hat, um einen (bereits mehrmals drohenden) Abriss zu verhindern und ein angemessenes Gedenken zu gewährleisten.

Das Ziel unserer Stiftung ist es, das LAGERHAUS G zu einem Gedenk-, Erinnerungs- und Andachtsort für die von den Nazis hierher deportierten, gequälten und ermordeten Zwangsarbeiter auszubauen. Außerdem möchten wir im Einvernehmen mit den Überlebenden und den Familien dieses Gebäude in ein Nachbarschafts-, Kultur-, Bildungs- sowie Wissenschaftszentrum initiieren und zu einem musealen Anziehungspunkt für deutsche und internationale Hamburg-Besucher transformieren.

 

5. Juli 2024

Stiftung LAGERHAUS G beim 1. Vernetzungstreffen Hamburger Gedenkinitiativen

Heute fand im Start-Hub der Körber-Stiftung das erste Vernetzungstreffen der Hamburger Gedenkinitiativen statt und auch die LAGERHAUS G Heritage FOUNDATION als wichtiger Akteur der Hamburger Erinnerungskultur war eingeladen. Damit wurde ein von vielen Engagierten seit Jahren gehegter Wunsch nach einer solchen Veranstaltung endlich umgesetzt.

Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Organisationen, die sich der Erinnerungskultur und der Aufarbeitung der Geschichte verschrieben haben, kamen zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsame Projekte zu planen. Unsere Stiftung LAGERHAUS G konnte sich dabei als besonders aktiver Teil der Hamburger Erinnerungskultur vorstellen und andere Teilnehmer in bilateralen Gesprächen über regelmäßig stattfindende sowie geplante Projekte und die Umgestaltung unseres Lagerhaus G zu einem Erinnerungs-, Gedenk- und Lernort informieren. Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, historische Ereignisse, insbesondere die Verbrechen des Nationalsozialismus, durch moderne und zugängliche Methoden im Gedächtnis zu bewahren.

Gedenkorte stellten sich beim ersten Vernetzungstreffen vor
Gedenkorte stellten sich beim ersten Vernetzungstreffen vor

Das Treffen hat einige gute kooperative Ansätze aufgezeigt, für Veranstaltungen oder auch für kollegiale Unterstützung in Themen-AGs. Eine Idee, die das Treffen hervorbrachte, ist die von gegenseitigen Besuchen von Initiativen in kleineren Runden – um sich zu informieren, Gespräche fortzusetzen und andere Gedenkorte kennenzulernen. Wir würden uns über weitere, zeitnahe Vernetzungstreffen freuen, denn dieses Treffen hat gezeigt, wie wichtig dieser Austausch ist. Das 2. Vernetzungstreffen ist zunächst für den 24. Juni 2025 geplant.

 

 

25. Oktober 2023  Gedenktag für getötete Zwangsarbeiter

Am 25. Oktober 1944 wurde während eines alliierten Bombenangriffs gegen den NS-Staat versehentlich auch das Lagerhaus G bombardiert. Das nördliche Ende des als KZ-Außenstelle missbrauchten Gebäudes, in dem Hunderte Zwangsarbeiter im Krankenrevier untergebracht waren, erhielt einen Volltreffer. Dabei kamen mutmaßlich bis zu 200 vom Nazi-Terror geschwächte und erkrankte KZ-Gefangene aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Kulturen ums Leben.

Erinnerung an die getöteten Zwangsarbeiter durch einen alliierten Bombenabwurf
Erinnerung an die getöteten Zwangsarbeiter durch einen alliierten Bombenabwurf

Um diese Menschen zu ehren, erinnerte der Direktor der Stiftung Lagerhaus G, Güven Polat, in einer Gedenkfeier mit Andacht an die Verstorbenen. Bereits im Jahr 2020 hatte die Stiftung eine zweisprachige Gedenktafel im ersten Stock des Gebäudes angebracht.

 

Juli 2022: 

Dokumentation zur Deportation niederländischer Zwangsarbeiter aus Groningen

Am 16. Januar 1945 ereignete sich ein tragisches Kapitel der niederländischen Widerstandsgeschichte, als ein Transportzug von Groningen aus in Richtung Deutschland aufbrach. Der Transport, organisiert von der deutschen Besatzungsmacht, hatte zum Ziel, 110 Widerständler und politische Gefangene mit niederländischer Staatsangehörigkeit zur Zwangsarbeit in verschiedene Arbeits- und Konzentrationslager zu bringen und viele von Ihnen mit der Kennzeichnung „Torsperre”, was bereits das Todesurteil war -nur mit dem Zusatz diese im Ungewissen über den Zeitpunkt zu lassen, eine ganz besondere Form der zusätzlichen Tortur! Auch Klaas Norg gehörte zu dieser Gruppe von 110 niederländischen Widerstandskämpfern, die am 18. Januar 1945 aus Groningen kommend in das KZ Neuengamme eingeliefert wurden. In den folgenden Wochen richtete die SS mehr als 60 von ihnen im sogenannten „Arrestbunker“ durch  Strangulieren am Haken hin – eine ganz besonders perfide und brutale Methode, bei der die Häftlinge qualvoll gegen den Erstickungstod ankämpften.

Jan Kornelis Norg, geboren 1941, das fünfte und jüngste Kind von Klaas Norg und hat mit der Veröffentlichung zu „Dem Transport vom 16. Januar 1945 aus Groningen“ das Schicksal seines Vaters und das von weiteren Häftlingen, darunter fast 70 „Torsperre“-Häftlingen, dokumentiert.

Jan Kornelis Norg, geboren 1941, das fünfte und jüngste Kind von Klaas Norg und hat mit der Veröffentlichung zu „Dem Transport vom 16. Januar 1945 aus Groningen“ das Schicksal seines Vaters und das von weiteren Häftlingen, darunter fast 70 „Torsperre“-Häftlingen, dokumentiert.
Jan Kornelis Norg, das jüngste Kind von Klaas Norg hat das Schicksal seines Vaters und  weiterer Häftlinge dokumentiert.

Die Situation in Groningen

Zu Beginn des Jahres 1945 stand die Stadt Groningen unter strenger Kontrolle der deutschen Besatzung. Die Alliierten rückten näher, und die deutschen Truppen verschärften ihre Maßnahmen gegen den Widerstand und die lokale Bevölkerung. In dieser angespannten Atmosphäre organisierten die Besatzer zahlreiche Transporte, um potenzielle Aufständische und Arbeitskräfte nach Deutschland zu bringen.

Der Transport

Am Morgen des 16. Januar 1945 wurden Hunderte von Menschen aus ihren Häusern gezerrt und zum Bahnhof von Groningen gebracht. Unter ihnen befanden sich Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen, viele von ihnen unschuldig und ohne konkreten Anklagegrund verhaftet. Jan Kornelis Norg beschreibt die verzweifelten Szenen, die sich an diesem Tag abspielten:

„De wanhoop en angst waren duidelijk zichtbaar op de gezichten van de mensen. Sommigen probeerden te ontsnappen, maar de bewakers waren onverbiddelijk.“(Die Verzweiflung und Angst waren den Menschen deutlich ins Gesicht geschrieben. Einige versuchten zu entkommen, aber die Wachen waren unerbittlich.)

Die Reise in den Tod

Der Transport in den überfüllten und unbeheizten Waggons war eine Qual für die Insassen. Ohne ausreichende Verpflegung und unter schrecklichen hygienischen Bedingungen mussten sie die Fahrt ertragen. Die Angst vor dem Ungewissen und die Ungewissheit über ihr Schicksal lasteten schwer auf ihnen. Jan Kornelis Norg schildert in seinem Buch auch die Gespräche unter den Gefangenen.

Das Ziel: Die Lager

Viele der Gefangenen wurden in verschiedenen Arbeits- und Konzentrationslagern untergebracht. Die Bedingungen dort waren verheerend, und viele überlebten die Strapazen nicht. Die Schilderungen von Jan Kornelis Norg geben einen tiefen Einblick in das Leiden der Gefangenen: „In de kampen werden we als beesten behandeld. Velen stierven door uitputting, honger en ziekte.“ (In den Lagern wurden wir wie Tiere behandelt. Viele starben an Erschöpfung, Hunger und Krankheit.)

Die Dokumentation von Jan Kornelis Norg ist ein wichtiges Zeugnis dieser dunklen Zeit. Sein Werk basiert nicht nur auf einzigartigen, historischen Quellen, sondern auch ein Aufruf, die Geschichte nicht zu vergessen und aus ihr zu lernen. In einer Zeit, in der Freiheit und Menschenrechte oft als selbstverständlich angesehen werden, erinnert Jan Kornelis Norg daran, wie wertvoll und zerbrechlich diese Güter sind.

Die Dokumentation ist bei der Stiftung Lagerhaus G einsehbar oder auch gegen eine Schutzgebühr von 9,95 Euro erwerbbar.

 

 

Lichtinstallation des Hamburger Künstlers Michael Batz

Video-Projektion und Audio-Installation von Michael Batz am Sonntag, 24. Oktober 2021 um 19 Uhr. Anlass war das Gedenken an den 25. Oktober 1944 als durch einen Bombenangriff auf Sektor 1 des LAGERHAUSES G bis zu 200 Menschen ihr Leben verloren, siehe dazu auch Historie:

Die 30-minütige Audio-Installation beinhaltet Haftberichte und Erinnerungen von Überlebenden des ehem. Außenlagers des KZ Neuengamme (aus dem Archiv der KZ Gedenkstätte Neuengamme).

Zusätzlich wurden einige Bilder (Portraits der überlebenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, deren Aussagen gelesen werden) auf das Tor 8 projiziert.

Zusammenstellung: Michael Batz

Musik: Jakob Neubauer


Audio- und Videopräsentation am 24. Oktober 2021

Nächster Termin: Sonntag, 24. Oktober 2021 um 19 Uhr Audio- und Videopräsentation von Lichtkünstler Michael Batz
(die Führung durch das LAGERHAUS G um 17 Uhr ist ausgebucht).

Anmeldungen erforderlich bei

presse@lagerhausg.org


Tag des offenen Denkmals vom 10. bis 12. September 2021

Das LAGERHAUS G wurde 1903 bis 1907 auf einer Fläche von 48 x 170 Metern als Speicher (ursprünglich als Zwillings-Ensemble mit Lagerhaus F) erbaut. Seit 1998 steht das einzigartige Gebäude unter Denkmalschutz. 1996 plante die städtische Eigentümerin den Abbruch.

Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es KZ-Außenlager für Tausende Menschen aus ganz Europa, die meisten von ihnen Juden, aber auch niederländische, italienische (IMI) und russische Deportierte und insbesondere 1500 Frauen. Seit 2017 haben Angehörige nach 73 Jahren Passivität nun den Erhalt übernommen.

Die LAGERHAUS G Heritage FOUNDATION entwickelt als internationale Stiftung auf 30.000 Quadratmetern im Sinne aller einen Ort für Geschichts- und Wissenstransfer. An den Tagen des Offenen Denkmals vom Freitag, 10. bis Sonntag, 12. September, wird der Initiator jeweils um 11 Uhr Führungen vom Keller bis ins Dach anbieten.

Da alle Termine schon vergeben sind, laden wir alle Interessierten am Mittwoch 8. September ab 17.30 Uhr zur Kundgebung vor dem Lagerhaus ein. Im Rahmen der Besucherwoche der Nationalen Vereinigung der italienischen Militärinternierten (ANEI) spricht der Stiftungsvorsitzende Floris Hommes erstmals öffentlich in Hamburg.

Weitere Infos unter: IMI in Hamburg

Anmeldungen an

presse@lagerhausg.org

Tag des offenen Denkmals

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